Kurze Definition
ISO 24019:2022 legt Anforderungen und Empfehlungen für Plattformen fest, über die Simultandolmetschen aus der Distanz erbracht wird (RSI – Remote Simultaneous Interpreting).
Ausführliche Erklärung
ISO 24019 („Simultaneous interpreting delivery platforms – Requirements and recommendations") ist die jüngste der Dolmetschnormen und reagiert auf den Boom des Remote Simultaneous Interpreting. Sie ersetzt die frühere ISO/PAS 24019:2020 und geht deutlich in die Tiefe. Im Fokus stehen die Software-Plattformen und virtuellen Dolmetschkonsolen, über die Dolmetscher remote arbeiten.
Geregelt werden u. a. die Leistung der Plattform (Ein- und Ausgang), die Übertragung von Ton und Bild an die Dolmetscher, die Gestaltung und Funktionen der Dolmetscher-Schnittstellen/Soft-Konsolen sowie das Arbeitsumfeld von Sprechern und Dolmetschern. Damit ergänzt die Norm die klassischen Standards: ISO 20108 und 20109 gelten weiterhin für Tonqualität und Equipment, ISO 24019 fügt die Anforderungen an die Distanzplattform hinzu. Konferenzsysteme als solche behandelt zusätzlich ISO 22259.
Relevanz im Themenbereich
Für jede Form des Remote-Simultandolmetschens ist ISO 24019 der zentrale Bezugspunkt – die Norm, die definiert, was eine taugliche RSI-Plattform leisten muss.
Praxisbeispiel
Ein Veranstalter vergleicht zwei RSI-Plattformen anhand der ISO 24019: Wer erfüllt die Anforderungen an Tonübertragung, Konsolenfunktionen und Arbeitsumfeld der Dolmetscher am besten?
Verwandte Begriffe
Remote Interpreting, ISO 20108, ISO 20109, Remote Hub, Videokonferenz