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Gebärdensprachdolmetscher

Kurze Definition

Gebärdensprach-Dolmetscher übersetzen gesprochene Sprache in Gebärdensprache und umgekehrt – sie machen Veranstaltungen für gehörlose und hörbeeinträchtigte Menschen zugänglich.

Ausführliche Erklärung

Gebärdensprache ist keine vereinfachte Version gesprochener Sprache, sondern eine vollständige, eigenständige Sprache mit eigener Grammatik, Syntax und regionalen Varianten. Die Deutsche Gebärdensprache (DGS) ist dabei ebenso komplex wie Englisch oder Französisch – und genauso anspruchsvoll zu dolmetschen.

Gebärdensprach-Dolmetscher brauchen deshalb eine spezialisierte Ausbildung. Sie müssen die Gebärdensprache fließend beherrschen, schnell reagieren können und ein tiefes Verständnis für den Fachkontext mitbringen. Bei technischen Konferenzen oder medizinischen Fachveranstaltungen müssen sie Fachvokabular in Gebärdensprache übersetzen – was besonders viel Vorbereitung erfordert.

Bei Veranstaltungen werden Gebärdensprach-Dolmetscher gut sichtbar positioniert – entweder direkt neben dem Redner auf der Bühne oder in einem eigenen Kameraausschnitt beim Livestream. Für größere Events empfiehlt sich ein Dolmetscherpaar, das sich abwechselt, da die Arbeit körperlich und kognitiv sehr fordernd ist.

Relevanz im Themenbereich

Gebärdensprach-Dolmetschen ist ein zentraler Baustein barrierefreier Veranstaltungen. Öffentliche Institutionen und zunehmend auch private Unternehmen sind angehalten, ihre Events inklusiv zu gestalten.

Praxisbeispiel

Bei einer öffentlichen Podiumsdiskussion einer Bundesbehörde stehen zwei DGS-Dolmetscher auf der Bühne und wechseln sich alle 20 Minuten ab. Ein separates Kamerasignal zeigt sie im Livestream dauerhaft im Bild.

Verwandte Begriffe

Barrierefreie Veranstaltungen, Audiodeskription, Live-Untertitelung, Induktionsschleife, Inklusion