Kurze Definition
Das Dolmetschpult ist das Bediengerät der Dolmetscher in der Kabine – mit Kopfhörer, Mikrofon, Kanalwahl und Funktionen für Relais und Sprachausgabe.
Ausführliche Erklärung
Am Dolmetschpult laufen alle Fäden der Kabinenarbeit zusammen. Über das Pult hören die Dolmetscher den Originalton oder eine Relaissprache, sprechen ihre Verdolmetschung ins Mikrofon und wählen den Ausgangskanal ihrer Zielsprache. Wichtige Funktionen sind die Relaiswahl (Umschalten auf die Verdolmetschung einer anderen Kabine), eine Räuspertaste (Mute), die Lautstärke- und Klangeinstellung des Kopfhörers sowie die Übergabe an die Kollegin beim Wechsel.
Die Ergonomie ist entscheidend, weil Dolmetscher über Stunden hochkonzentriert arbeiten: gut erreichbare Tasten, klare Anzeigen, leiser Betrieb. ISO 20109 definiert Anforderungen an Pulte und Kopfhörer, etwa zum Gehörschutz vor plötzlichen Lautstärkespitzen. Moderne Pulte zeigen zusätzlich an, welche Sprachen gerade auf welchen Kanälen aktiv sind – wichtig für die Relaiskoordination.
Relevanz im Themenbereich
Das Pult ist die direkte Schnittstelle zwischen Dolmetscher und Technik. Seine Bedienbarkeit und Tonqualität beeinflussen unmittelbar, wie gut die Verdolmetschung gelingt.
Praxisbeispiel
In einer Kabine schaltet die Dolmetscherin per Tastendruck von der Relaissprache Englisch auf den Originalton um, sobald die Rednerin von Englisch zu Deutsch wechselt – und übergibt nach 30 Minuten an den Kollegen.
Verwandte Begriffe
Dolmetschkabine, Dolmetscheranlage, Relaisbetrieb, ISO 20109, Steuerzentrale (Dolmetsch)