Kurze Definition
Video Remote Interpreting bezeichnet das Ferndolmetschen, bei dem der Dolmetscher von einem anderen Ort über eine Videoverbindung zugeschaltet wird.
Ausführliche Erklärung
VRI betont, dass der Dolmetscher remote, aber mit Bild arbeitet. Über eine Videoverbindung sieht er die Beteiligten und kann Mimik, Gestik und Dokumente einbeziehen – ein großer Vorteil gegenüber dem reinen Audio-Format ARI. Besonders verbreitet ist VRI im Gesundheits-, Justiz- und Behördenwesen, wo schnell eine qualifizierte Sprachmittlung benötigt wird und eine Anreise unwirtschaftlich oder unmöglich wäre.
VRI kann konsekutiv oder simultan erfolgen. Für das konsekutive Ferndolmetschen ist in Deutschland DIN 8578 einschlägig; für simultanes Remote-Dolmetschen gelten ISO 24019 (Plattform) und ISO 20108 (Bild/Ton). Wie bei allen Remote-Formaten hängt die Qualität an Bild, Ton und Latenz – und an einer ruhigen, gut ausgestatteten Arbeitsumgebung. Professionelle Anbieter setzen deshalb auf Hubs statt improvisierter Heimplätze.
Relevanz im Themenbereich
VRI verbindet die Flexibilität des Ferndolmetschens mit dem Vorteil des Bildkontexts. Es ist in vielen institutionellen Bereichen heute Standard – sofern die Technik stimmt.
Praxisbeispiel
In einer Klinik wird für ein Aufklärungsgespräch per Tablet eine Dolmetscherin über Video zugeschaltet. Sie sieht Patient und Arzt, dolmetscht konsekutiv – orientiert an den Anforderungen der DIN 8578.
Verwandte Begriffe
Audio Remote Interpreting (ARI), Video Conference Interpreting (VCI), Remote Interpreting, DIN 8578, ISO 24019