Kurze Definition
Beim Simultandolmetschen übertragen Dolmetscher das Gesagte nahezu zeitgleich in eine andere Sprache – ohne dass der Redner unterbrechen muss.
Ausführliche Erklärung
Simultandolmetschen ist die anspruchsvollste und für große Konferenzen wichtigste Dolmetschform. Die Dolmetscher hören den Redner über Kopfhörer und sprechen die Verdolmetschung mit nur wenigen Sekunden Verzögerung parallel ins Mikrofon. Weil das extreme Konzentration erfordert, arbeiten in jeder Kabine zwei bis drei Dolmetscher im Wechsel – typischerweise alle 20 bis 30 Minuten.
Die Methode erlaubt einen flüssigen Veranstaltungsablauf in beliebig vielen Sprachen gleichzeitig, ohne Zeitverlust durch Pausen. Voraussetzung ist die passende Technik: schallisolierte Kabine, Dolmetschpult, Sprachverteilung und Empfänger. Die ISO-Normen 2603/4043 (Kabinen), 20108 (Bild/Ton) und 20109 (Equipment) definieren die Rahmenbedingungen. Vom Konsekutivdolmetschen unterscheidet es sich durch die Gleichzeitigkeit; vom Flüsterdolmetschen durch die vollwertige technische Ausstattung.
Relevanz im Themenbereich
Simultandolmetschen ist der Kern der gesamten Konferenz-Dolmetschtechnik. Praktisch alle in diesem Glossar beschriebenen Geräte und Normen dienen letztlich dazu, es zu ermöglichen.
Praxisbeispiel
Auf einem internationalen Gipfel hören die Delegierten die Reden in Echtzeit in ihrer Sprache – möglich durch sechs Dolmetschkabinen, in denen je zwei Dolmetscher simultan übertragen.
Verwandte Begriffe
Simultantechnik, Dolmetschkabine, Dolmetschpult, Relaisbetrieb, ISO 2603