Kurze Definition
Eine Relaiskabine ist eine Dolmetschkabine, deren Verdolmetschung als Brücke (Relais) für andere Kabinen dient, die die Ausgangssprache nicht beherrschen.
Ausführliche Erklärung
Wenn ein Redner eine Sprache spricht, die nur eine Kabine versteht, übernimmt diese die Rolle der Relaiskabine: Sie dolmetscht die seltene Ausgangssprache in eine gängige Relaissprache (oft Englisch), aus der dann alle übrigen Kabinen weiterarbeiten. Die Relaiskabine ist damit das Nadelöhr der Sprachkette – ihre Qualität entscheidet über die Qualität aller nachgeschalteten Verdolmetschungen.
Genau deshalb werden Relaiskabinen besonders sorgfältig besetzt: mit erfahrenen Dolmetschern, die zuverlässig, klar und gut strukturiert in die Relaissprache übertragen. Ein Fehler oder eine Unschärfe in der Relaiskabine pflanzt sich in alle anderen Sprachen fort. Auch eine kleine zusätzliche Zeitverzögerung entsteht, weil mehrere Dolmetschschritte hintereinander liegen. Die Steuerzentrale stellt sicher, dass die übrigen Pulte die Relaissprache sauber abgreifen können.
Relevanz im Themenbereich
Bei vielsprachigen Konferenzen mit seltenen Sprachen ist die Relaiskabine unverzichtbar. Sie ermöglicht die Abdeckung exotischer Sprachen, verlangt aber höchste Sorgfalt bei der Besetzung.
Praxisbeispiel
Auf einem Kongress spricht ein Gast Koreanisch. Nur eine Kabine versteht es; sie liefert Englisch als Relais, aus dem die deutschen, französischen und spanischen Kabinen weiterdolmetschen.
Verwandte Begriffe
Relaisbetrieb / Relaissprache, Dolmetschkabine, Steuerzentrale (Dolmetsch), Passive Sprache, Simultandolmetschen