Kurze Definition
Im Relaisbetrieb dolmetscht eine Kabine nicht aus dem Original, sondern aus der Verdolmetschung einer anderen Kabine. Diese vermittelnde Sprache heißt Relaissprache.
Ausführliche Erklärung
Kein Dolmetscher beherrscht alle Sprachen. Spricht jemand z. B. Finnisch und in keiner Kabine sitzt ein Dolmetscher mit Finnisch, greift das Relaisprinzip: Eine Kabine, die Finnisch versteht (etwa Finnisch→Englisch), dient als Brücke. Alle anderen Kabinen hören dann nicht das Finnische, sondern diese englische Verdolmetschung und dolmetschen daraus weiter in ihre Sprachen.
Die vermittelnde Sprache – hier Englisch – ist die Relaissprache (auch „Pivot"). Der Vorteil: Auch seltene Sprachen lassen sich abdecken, ohne für jede Kombination einen eigenen Dolmetscher zu brauchen. Der Nachteil: Es entsteht eine kleine zusätzliche Zeitverzögerung, und Qualität wie Genauigkeit hängen stark von der Relaiskabine ab – Fehler pflanzen sich fort. Deshalb werden Relaiskabinen besonders sorgfältig besetzt.
Relevanz im Themenbereich
Relais ist das Standardwerkzeug für vielsprachige Konferenzen. Es macht große Sprachenzahlen überhaupt erst handhabbar – verlangt aber durchdachte Planung der Pivot-Sprachen.
Praxisbeispiel
Bei einem Kongress mit Japanisch, Arabisch und sechs europäischen Sprachen läuft alles über Englisch als Relaissprache: Die Japanisch- und Arabisch-Kabinen liefern Englisch, aus dem die übrigen Kabinen weiterdolmetschen.
Verwandte Begriffe
Relaiskabine, Originalton, Passive Sprache, Simultandolmetschen, Dolmetscheranlage