Kurze Definition
Livestreaming ist die Echtzeit-Übertragung von Video- und Audioinhalten über das Internet an ein digitales Publikum. Bei Veranstaltungen erreicht es Remote-Zuschauer parallel zum laufenden Event.
Ausführliche Erklärung
Professionelles Livestreaming umfasst die gesamte Signalkette – von der Kameraaufnahme über die Aufbereitung in der Regie bis zur Codierung und Übertragung an Streaming-Plattformen. Gängige Protokolle sind RTMP für Plattformen wie YouTube oder LinkedIn Live sowie SRT für latenzarme, robuste Übertragung über instabile Netzwerke.
Für den Encoding-Schritt kommen Hardware-Encoder (z. B. Teradek, LiveU) oder Software-Lösungen (OBS, vMix) zum Einsatz. Hardware-Encoder bieten mehr Stabilität und Bonding-Funktionen zur Bündelung mehrerer Internetverbindungen – besonders wichtig bei Outdoor-Events ohne feste Leitung. Die Streamqualität hängt von Upload-Bandbreite, Codec und Bitrate ab: Für 1080p50 werden 8–15 Mbit/s empfohlen, für 4K 25–50 Mbit/s. Redundante Anbindungen mit Glasfaser als primärem und LTE/5G-Bonding als sekundärem Weg sind bei professionellen Produktionen Standard.
Relevanz im Themenbereich
Livestreaming hat sich vom Zusatzdienst zum zentralen Bestandteil vieler Veranstaltungskonzepte entwickelt. Unternehmen erwarten die gleichzeitige Erreichung internationaler Zielgruppen ohne Reisekosten – das erfordert von Technikdienstleistern Kompetenzen aus AV-Technik, IT-Networking und Content-Delivery.
Praxisbeispiel
Eine Fachmesse überträgt ihre Keynote-Bühne per Livestream auf die firmeneigene Plattform. Ein Regie-Setup mit Videomischer, zwei Kameras und Grafikeinblendungen liefert das Quellsignal. Ein Hardware-Encoder mit LTE-Bonding sichert den Stream auch bei instabiler Halleninfrastruktur ab; parallel läuft eine lokale Aufzeichnung als Backup.
Verwandte Begriffe
Hybrid Event Technik, Videoregie, Signalmanagement, PTZ-Kamera