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Konsekutivdolmetschen

Kurze Definition

Beim Konsekutivdolmetschen trägt der Dolmetscher die Übersetzung vor, nachdem der Redner einen Abschnitt beendet hat – ohne technische Kabinenanlage, aber mit hoher Gedächtnisleistung.

Ausführliche Erklärung

Konsekutivdolmetschen ist die älteste und in gewisser Weise direkteste Form des Dolmetschens. Der Redner spricht einen Abschnitt – manchmal mehrere Minuten am Stück – und macht dann eine Pause. In dieser Pause gibt der Dolmetscher den Inhalt vollständig und präzise in der Zielsprache wieder. Kein Kabinensystem, kein Kopfhörer, kein Infrarot.

Was das kognitive Meisterwerk dabei ist: Der Dolmetscher hört nicht nur zu, er analysiert gleichzeitig Struktur, Argumentation und Schlüsselbegriffe und hält alles in einem gut entwickelten Notizsystem fest. Konferenzdolmetscher entwickeln dafür eigene Notationstechniken – keine Stenografie, sondern ein symbolbasiertes System, das Gedanken und Strukturen festhält, nicht Wörter.

Der Hauptnachteil ist der Zeitbedarf: Jeder Redebeitrag dauert effektiv doppelt so lang. Deshalb eignet sich Konsekutiv vor allem für kleinere Runden, bilaterale Verhandlungen, Pressekonferenzen, Empfänge oder Situationen, in denen keine Dolmetschkabine aufgebaut werden kann oder soll.

Relevanz im Themenbereich

Konsekutivdolmetschen ist eine wichtige Alternative zum Simultandolmetschen – technisch weniger aufwendig, aber organisatorisch und zeitlich anspruchsvoller.

Praxisbeispiel

Bei einer bilateralen Wirtschaftsverhandlung zwischen einer deutschen und einer japanischen Delegation dolmetscht ein Konsekutivdolmetscher wechselseitig. Die Runde ist klein, der Zeitrahmen flexibel – eine Simultananlage wäre hier überdimensioniert.

Verwandte Begriffe

Simultandolmetschen, Verhandlungsdolmetschen, Flüsterdolmetschen, Dolmetscherarten, Notationstechnik