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ISO 20108 – Audio-/Videoqualität Dolmetschen

Kurze Definition

ISO 20108:2017 legt die Anforderungen an Qualität und Übertragung von Ton und Bild fest, die den Dolmetschern zugeführt werden – einschließlich Vorgaben für Ferndolmetsch-Situationen.

Ausführliche Erklärung

ISO 20108 („Quality and transmission of sound and image input – Requirements") rückt das in den Mittelpunkt, worauf Dolmetscher angewiesen sind: sauberer Ton und brauchbares Bild. Die Norm beschreibt die Eigenschaften der Audio- und Videosignale, die in die Kabine gelangen müssen – etwa zur Wahrung der Klangtreue über die gesamte Tonkette und zur Synchronität von Bild und Ton. „Qualität" meint dabei den weitgehenden Erhalt des Originals, nicht kosmetische Aufbereitung.

Besonders wichtig: ISO 20108 deckt nicht nur Präsenz, sondern ausdrücklich auch Distanzdolmetschen ab, bei dem die Dolmetscher nicht am selben Ort wie die Teilnehmer sind. Gemeinsam mit ISO 20109 (Ausstattung) und – je nach Setting – ISO 2603/4043 (Kabinen) bildet sie die Grundlage des Dolmetscher-Arbeitsumfelds. Verwiesen wird u. a. auf die Sprachverständlichkeit nach dem Speech Transmission Index.

Relevanz im Themenbereich

Diese Norm ist der Maßstab für die zentrale Frage „Ist der Ton gut genug?" – und sie macht klar, dass auch beim Remote-Dolmetschen verbindliche Mindeststandards gelten.

Praxisbeispiel

Vor einer hybriden Konferenz prüft der Tontechniker, ob die Bild- und Tonzuführung zu den Dolmetschern die Anforderungen der ISO 20108 erfüllt – inklusive ausreichender Bandbreite und Synchronität.

Verwandte Begriffe

ISO 20109, ISO 2603, ISO 4043, ISO 24019, Übertragungstechnik