Kurze Definition
Eine Infrarot-Dolmetscheranlage verteilt die Dolmetschsprachen per unsichtbarem Infrarotlicht an die Empfänger der Teilnehmer – der Standard für die abhörsichere Sprachverteilung im Saal.
Ausführliche Erklärung
Bei dieser Anlage werden die Sprachkanäle über Infrarotstrahler in den Raum gesendet; die Empfänger der Teilnehmer wandeln das Licht wieder in Ton. Der entscheidende Vorteil: Infrarotlicht verlässt den Raum nicht – es dringt nicht durch Wände. Damit ist die Übertragung von Natur aus abhörsicher und auf den Raum begrenzt, was sie ideal für vertrauliche Sitzungen und für nebeneinanderliegende Säle macht, die sich sonst funktechnisch stören würden.
Zu beachten ist die Sichtverbindung: Empfänger brauchen freie „Sicht" zu den Strahlern, starke Verdeckung oder sehr helles Sonnenlicht kann den Empfang stören. Die Anzahl der Strahler richtet sich nach Raumgröße und -form. Professionelle Systeme übertragen viele Kanäle parallel und erfüllen die Anforderungen der ISO 20109.
Relevanz im Themenbereich
Für mehrsprachiges Simultandolmetschen im Saal ist die Infrarot-Verteilung der bewährte Standard – besonders dort, wo Vertraulichkeit und saubere Raumtrennung zählen.
Praxisbeispiel
In einem Plenarsaal sorgen mehrere Deckenstrahler dafür, dass alle Plätze die acht Sprachkanäle per Infrarot empfangen – und im Nachbarsaal nebenan keine Störungen auftreten.
Verwandte Begriffe
Infrarotanlage, Dolmetscheranlage, Mehrkanalanlage, Empfänger (Konferenzempfänger), ISO 20109