Kurze Definition
Eine Dolmetschkabine ist der schallisolierte Arbeitsplatz der Simultandolmetscher – entweder fest in ein Gebäude eingebaut (ortsfest) oder als mobile Kabine für den temporären Aufbau (transportabel).
Ausführliche Erklärung
Die Kabine ist das Herz des Simultandolmetschens: Sie trennt die Dolmetscher akustisch vom Saal und voneinander, damit sich die Sprachen nicht stören, und bietet zugleich gute Sicht auf Redner und Leinwand. Innen arbeiten in der Regel zwei bis drei Dolmetscher im Wechsel; ausreichend Platz, Belüftung und blendfreies Licht sind Pflicht.
Man unterscheidet zwei Bauarten mit je eigener Norm: ortsfeste Kabinen nach ISO 2603 sind dauerhaft in Konferenzräume integriert, transportable Kabinen nach ISO 4043 werden für die jeweilige Veranstaltung aufgebaut und müssen sich vielfach montieren lassen. Beide Normen machen Vorgaben zu Schalldämmung, Schallabsorption, Maßen, Belüftung und Sicht. Wichtig ist die Abgrenzung zu behelfsmäßigen Tischaufbauten: Nur eine vollwertige Kabine erfüllt die akustischen Anforderungen für mehrere parallele Sprachen.
Relevanz im Themenbereich
Ohne normgerechte Kabine kein sauberes Simultandolmetschen mit mehreren Sprachen. Sie ist die zentrale bauliche Voraussetzung jeder mehrsprachigen Präsenzkonferenz.
Praxisbeispiel
Für einen Kongress in einem Hotel ohne feste Kabinen werden vier transportable ISO-4043-Kabinen aufgebaut – mit freier Sicht zur Bühne und sauberer Schalltrennung zwischen den Sprachen.
Verwandte Begriffe
ISO 2603, ISO 4043, Schalldämmung, Dolmetschpult, Simultandolmetschen