Kurze Definition
Die C-Sprache ist eine passive Arbeitssprache eines Dolmetschers – eine Sprache, die er vollständig versteht, aber nicht aktiv als Zielsprache beim Dolmetschen einsetzt.
Ausführliche Erklärung
Das ABC der Dolmetschersprachen endet mit der C-Sprache. Sie ist die schwächste der drei Kategorien – nicht im Sinne von mangelhafter Beherrschung, sondern in Bezug auf den aktiven Einsatz. Ein Dolmetscher mit C-Sprache Spanisch versteht einen spanischen Redner vollständig und kann aus dem Spanischen heraus dolmetschen – aber er dolmetscht nicht ins Spanische hinein.
Das ist ein wichtiger Unterschied. Die C-Sprache erweitert den Empfangshorizont eines Dolmetschers, nicht sein Ausgabeportfolio. In der Praxis bedeutet das: Ein Dolmetscher mit C-Sprache Spanisch sitzt in der deutschen Kabine und dolmetscht spanische Redebeiträge ins Deutsche – seine Muttersprache.
Für die Konferenzplanung ist die genaue Kenntnis aller C-Sprachen im Dolmetscherteam wertvoll. Sie kann dazu beitragen, den Relaisbetrieb zu reduzieren oder zu vereinfachen. Wenn ein Dolmetscher eine seltene Sprache als C-Sprache hat, kann er unter Umständen eine eigene Relaiskabine ersetzen.
Relevanz im Themenbereich
C-Sprachen beeinflussen die Kabinenplanung und können bei seltenen Sprachkombinationen den Bedarf an zusätzlichem Personal und Technik reduzieren.
Praxisbeispiel
Bei einer Konferenz mit Arabisch als Redesprache hat kein Dolmetscher im deutschen Team Arabisch als A- oder B-Sprache. Ein Kollege hat es jedoch als C-Sprache und kann direkt aus dem Arabischen ins Deutsche dolmetschen – eine separate Relay-Kabine wird dadurch überflüssig.
Verwandte Begriffe
A-Sprache, B-Sprache, Passive Sprache, Relaisbetrieb, Simultandolmetschen, Dolmetscheranlage