Kurze Definition
Die B-Sprache ist die erste Fremdsprache eines Dolmetschers – eine Sprache, die er nahezu muttersprachlich beherrscht und in die er aktiv dolmetschen kann.
Ausführliche Erklärung
Nach der A-Sprache kommt die B-Sprache: Sie ist die stärkste Fremdsprache eines Dolmetschers, erworben durch jahrelange intensive Beschäftigung – oft durch Auslandsaufenthalte, Studium oder berufliche Praxis im fremdsprachigen Umfeld. In die B-Sprache wird aktiv gedolmetscht, wenngleich mit etwas mehr kognitiver Anstrengung als in die A-Sprache.
Die Grenze zwischen A- und B-Sprache ist in der Praxis manchmal fließend. Entscheidend ist, dass der Dolmetscher in der B-Sprache nicht nur kommunizieren, sondern unter Simultanbedingungen formulieren, stilistisch variieren und fachsprachlich präzise sein kann. Das ist ein hoher Anspruch.
Für die Techniker und Planer einer Konferenz ist die B-Sprache relevant, weil sie den Einsatzradius eines Dolmetschers erweitert. Ein Dolmetscher mit A-Sprache Deutsch und B-Sprache Englisch kann aus dem Französischen (C-Sprache) in beide aktiven Sprachen dolmetschen – das macht ihn flexibler einsetzbar.
Relevanz im Themenbereich
Die B-Sprache erweitert die Sprachkombination eines Dolmetschers und reduziert den Bedarf an zusätzlichen Kabinen. Sie ist ein zentrales Kriterium bei der Dolmetscherauswahl für mehrsprachige Konferenzen.
Praxisbeispiel
Eine Dolmetscherin mit A-Sprache Französisch und B-Sprache Deutsch arbeitet auf einem deutsch-französischen Wirtschaftsgipfel. Sie dolmetscht aus dem Deutschen ins Französische – und entlastet damit ihre Kollegin in der Gegenkabine.
Verwandte Begriffe
A-Sprache, C-Sprache, Aktive Sprache, Passive Sprache, Simultandolmetschen, Relaisbetrieb