Kurze Definition
Die A-Sprache ist die Muttersprache eines Dolmetschers – die Sprache, in der er aktiv auf höchstem Niveau arbeitet und in die er primär dolmetscht.
Ausführliche Erklärung
Im professionellen Konferenzdolmetschen wird jede Sprache einer Dolmetscherin oder eines Dolmetschers in Kategorien eingeteilt. Die A-Sprache steht dabei ganz oben: Sie ist die Sprache, in die ein Dolmetscher in aller Regel ausschließlich dolmetscht – also sein aktives Sprachziel.
Warum ist das wichtig? Weil Simultandolmetschen höchste kognitive Anforderungen stellt. In Echtzeit zuhören, verstehen, formulieren und sprechen – das funktioniert fehlerfrei nur in einer Sprache, die man wirklich in- und auswendig kennt. Nuancen, Ironie, Fachbegriffe, Redewendungen: All das muss spontan und präzise wiedergegeben werden.
In der Praxis definiert die A-Sprache, welche Dolmetscher für welche Sprachkombination gebucht werden. Bei internationalen Konferenzen mit mehreren Sprachen plant das Technikerteam die Kabinenbesetzung entsprechend der A-Sprachkombinationen aller beteiligten Dolmetscher.
Relevanz im Themenbereich
Für die Planung mehrsprachiger Veranstaltungen ist das Wissen um A-, B- und C-Sprachen unverzichtbar. Es beeinflusst Kabinenanzahl, Personalplanung und den technischen Aufbau der Simultananlage.
Praxisbeispiel
Bei einem EU-Gipfel mit acht Sprachen arbeiten Dolmetscher, deren A-Sprache Deutsch ist, ausschließlich in Richtung Deutsch. Für jede aktive Zielsprache braucht es entsprechend qualifizierte Muttersprachler in der jeweiligen Kabine.
Verwandte Begriffe
B-Sprache, C-Sprache, Passive Sprache, Aktive Sprache, Simultandolmetschen, Dolmetscheranlage